Echte Perlen vs. Zuchtperlen

Perlen sind organische Edelsteine, die sich auf unterschiedlichste Art in Weichtieren bilden (in bestimmten Muschel- oder Schneckenarten). Die Schmuckindustrie unterscheidet zwischen „natürlichen Perlen“ (auch „echte“ oder „Orient-Perlen“ genannt), „Zuchtperlen“ bzw. „Kulturperlen“ sowie Perlen-Imitationen.

Die Perle ist das einzige Schmuckstück, das in einem lebenden Organismus heranwächst. Natürliche Perlen entstehen ohne menschliches Zutun. Eine Variante der Entstehung ist, dass die Perlmuschel nach Eindringen von Fremdkörpern oder Parasiten in ihr Innerstes eine Art Ummantelung aus Perlmutt bildet und die Eindringlinge vollständig umschließt. Sie bildet über Jahre eine Schale aus mehreren Schichten und „umwickelt“ diesen Kern. Als die alten Chinesen diesem Prozess im 5. Jahrhundert n. Chr. auf die Schliche kamen, legten sie kleine Buddhas in Perlmuscheln, damit diese von Perlmutt überzogen und veredelt wurden. Es gibt aber auch „kernlose“ Entstehungsprozesse bei einigen Arten, die dann ohne Fremdkörper eine Perle ausbilden.

Echte Perlen wurden bis ins 20. Jahrhundert hinein von Perlentauchern oder –fischern geerntet. Dies geschah vor allem im Indischen Ozean, in der Karibik, in einigen Seen und Flüssen Nordamerikas sowie in mitteleuropäischen Gebirgsbächen. Der Beruf des Perlentauchers war extrem gefährlich und forderte zahlreiche Todesopfer (mehr dazu im nächsten Artikel). Traditionelle Perlentaucher gibt es heutzutage kaum noch. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden Methoden zum Züchten von Perlen entwickelt, welche die Ernte erleichterten. Perlaustern werden heutzutage meist auf künstlichen Austernbänken gezüchtet, indem gezielt Implantate in die Muscheln eingesetzt und diese an Schnüren befestigt werden.

Es gibt eine erstaunlich große Vielfalt an Perlen-Arten. Aussehen und Wert von Perlen werden im Schmuckhandel nach Farbe, Glanz/Schimmer (auch „Lüster“ genannt) und Form/Größe beurteilt. Allgemein kann man sagen: je runder, desto wertvoller, und je besser und klarer der Lüster auf der Perlenoberfläche ist, desto höher ist die Qualität einzustufen.