Essbares Gold: gesund oder ungesund?

Als Fußballstar Franck Ribéry im Januar ein gänzlich mit Blattgold umhülltes Steak im Wert von 1.200 Euro verdrückte, ging das natürlich durch die Medien. Gold in solchen Mengen zu verspeisen ist schon außergewöhnlich. Man kennt dann doch eher den kleineren Luxus von Blattgold-verzierten Pralinen oder Speiseeis. Schaut man sich an, welche Mengen an Blattgold Ribéry zu sich genommen hat, stellt sich einem die Frage: Ist das gesund?

Blattgold als optisches Highlight

In Sterne-Restaurants gibt es immer wieder außergewöhnliche Variationen: Lachsfilet mit Blattgoldauflage, vergoldete Maki-Rollen – sogar Schnitzel, Chicken Wings und Bratwürste werden vergoldet! Keine Frage: Mit Gold verzierte Speisen sehen schön aus. Das Gold verleiht ihnen den Anschein des Besonderen, des Wertvollen. Und wertvoll ist es in der Tat: 1 Gramm Blattgold kann schon mal bis zu 300 Euro kosten. Schmecken tut es allerdings nach gar nichts.

Kalbfleisch mit Blattgold-Ummantelung auf weißem Teller angerichtet
Kalbfleisch mit Blattgold-Ummantelung

E 175: Gesund oder ungesund?

Gold gehört bei den Lebensmittelzusatzstoffen in die Kategorie „Farbstoff“ und hat die Nummer E 175. Es handelt sich dabei um mindestens 22-karätiges Blattgold. Gold, das nicht als E 175 gekennzeichnet ist, ist auch nicht zum Verzehr geeignet. Blattgold wird schließlich auch in der Kunst verwendet, doch sollte dieses auf Ihrem Eis landen, dann könnten Sie eine Vergiftung erleiden. Das in der Kunst verwendete Blattgold ist in der Regel nicht „rein“ und naturbelassen.

Gold, das als E 175 deklariert wurde, gilt als gesundheitlich unbedenklich. Auch hier sollte man nicht am Geld sparen, damit das Blattgold so rein wie nur möglich ist. Sollte das Gold einen Geschmack haben, dann ist das Grund zur Sorge: In der Regel ist es in solch einem Fall durch andere Metalle, wie z.B. Aluminium, oder durch chemische Zusätze verunreinigt.

Blattgold-Haufen

Gold in der Medizin

Man liest Widersprüchliches zum Thema Gold in der Medizin. Einerseits heißt es, dass Gold von unserem Körper nicht verwertet werden kann. Es wandere von der teuren Praline durch den Magen und Darm und werde wieder vollständig ausgeschieden: Nichts als ein teurer Toilettengang.

Andererseits wird Gold als Aurum metallicum („Metall des Lichts“) schon seit Jahrhunderten in der Medizin verwendet, unter anderem gegen Depressionen, Angstzustände, Erschöpfung, Syphillis, Tuberkulose und Rheuma. Nicht nur Paracelsus, auch Hildegard von Bingen (1098-1179) setzte Gold gegen Gicht ein:

„Ein Mensch, der nun unter Gicht leidet, nehme Gold, koche dieses, trenne den Schmutz davon, ohne daß etwas vom Gold verschwinde, nehme dies Pulver, indem er es mahle…. Dies esse der Mensch frühmorgens nüchtern.“ 

An Hildegards Goldkur war tatsächlich etwas dran. Forscher konnten 2007 endlich nachweisen, wieso Gold gegen Rheuma hilft: Goldsalze verhindern, dass aus dem Zellkern von Immunzellen ein Protein austritt, welches Entzündungsreaktionen auslöst.

Gold als die Lösung?

Leider haben Injektionen mit goldhaltigen Verbindungen starke Nebenwirkungen und es kann Monate dauern, bis die Rheuma-Therapie anschlägt. Deshalb sind die Forscher auf der Suche nach einem Mittel, das dieselben Immunsystem-regulierenden Fähigkeiten wie Gold besitzt, doch ohne Nebenwirkungen hervorzurufen.

Und auch beim Verzehr von Gold sollten Sie nicht unbedingt heilende Wirkung erwarten. Aber für ein kulinarisches Highlight, das in glänzender Erinnerung bleibt, dürfte es reichen.