Lapislazuli – Glücksstein, Schmuckstein, Farbpigment

Der tiefblaue Edelstein mit seinen Einschlüssen aus Pyritkörnchen erinnert an einen nächtlichen Sternenhimmel. Kein Wunder, dass ihm im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder göttliche Kraft zugesprochen wurde und viele Kulturen ihn als Schutzstein ansahen. Zur Zeit des Alten Ägypten war dieser Edelstein unvergleichlich kostbar und wurde den Pharaonen für deren Reise ins Jenseits mitgegeben – man denke an die Mumienmaske des Tutanchamun. Glaubt man dem ägyptischen Volksmund, so beschert einem ein Skarabäus aus Lapislazuli ganz besonderes Glück, denn auch der Skarabäus galt als Glücksbringer und als ein Symbol des Schutzes.

Die Käfer informierten die damalige Bevölkerung über das bevorstehende Nilhochwasser, welches überlebenswichtig für die Menschen der damaligen Zeit war. Somit war der Skarabäus ein Botschafter für Gutes und stand symbolisch für das Ende der Dürrezeit. Sogar Napoleon war überzeugt davon, dass er es einem Lapislazuli-Skarabäus zu verdanken hatte, dass er auf all seinen Feldzügen unverletzt blieb.

Der Name leitet sich ab aus „lapis“, dem lateinischen Wort für Stein, und „lazuli“, dem Genitiv des mittellateinischen Wortes lazulum für „blau“. Bekannte Fundstätten befinden sich im westlichen Hindukusch (in der Provinz Badakhshan in Afghanistan) sowie in Russland (am Baikalsee), Tadschikistan, Chile, Iran und den USA (Kalifornien und Arkansas).

Der Lapislazuli wurde in den letzten Jahrtausenden jedoch nicht nur als Schmuckstein benutzt. Sehr fein gemahlen wurde er in der Antike als Lidschatten verwendet und spielte als Farbpigment eine wichtige Rolle in der Kunst. So wurde in der Renaissance das einzigartige Himmelblau der Sixtinischen Kapelle aus Lapislazuli hergestellt.

Der berühmte Wasserwellen-Lebens-Brunnen in Wien wurde von dem Bildhauer Hans Muhr aus einem einzigen Lapislazuli-Monolithen gefertigt. Dieser Monolith war mit einem Rohgewicht von 18,3 Tonnen der bisher größte, der jemals gefunden und abgebaut wurde.