Jade – wichtigster Edelstein in der chinesischen Kultur

Schmuck: was bedeutet er für Sie? Tragen Sie ihn ausschließlich als Accessoire, weil es Ihnen vorwiegend darum geht, Ihren eigenen Stil auszudrücken, individuell zu sein und vielleicht einen „guten Geschmack“ zum Ausdruck zu bringen? Oder gehören Sie eher zu den Menschen, die damit noch mehr verbinden? Besonders schöne und spannende Erlebnisse, deren Erinnerungen Sie damit aufleben lassen möchten? Erhoffen Sie sich eine heilende Wirkung bei gesundheitlicher Angeschlagenheit oder vielleicht sogar eine positive Beeinflussung Ihres Schicksals? Verschenken Sie Schmuck zu besonderen Anlässen wie Jubiläen, zu (runden) Geburts- oder Hochzeitstagen? Zu einer religiösen Feier?

Nachfolgend haben wir ein paar interessante Bedeutungen für Sie gesammelt, die bestimmten Materialien und Edelsteinen traditionell zugeschrieben werden. Die Bedeutungen unterscheiden sich je nach Kulturkreis und Region. An dieser Stelle können wir Ihnen deshalb nur Auszüge darbringen. Die folgenden 10 Edelsteinarten fanden wir besonders interessant und stellen Sie Ihnen in einer Serie vor:
Aquamarin, Diamant, Granat, Jade, Opal, Perle, Rubin, Saphir, Smaragd und Türkis.

Teil 5: Jade – Stein des Ausgleichs

Namensherkunft
„Jade“ ist kein international anerkannter Mineralname. Er hat sich aus dem Spanischen „piedra de ijada“ entwickelt. Übersetzt heißt das in etwa „Stein für die Seite“ oder auch „Lenden- bzw. Nierenstein“. Nierenstein deshalb, weil Jade aus einem Co-Mineral namens Nephrit besteht, welches sich vom Griechischen „nephros“ für Niere ableitet. As Jade versteht man in der westlichen Welt, mineralogisch gesehen, folgende Substanzen: Jadeit und Nephrit. In China wird auch Serpentin als Jade bezeichnet, das weicher als Jadeit oder Nephrit ist und in Fachkreisen als Jadeersatz gilt. Es sieht nicht nur aus wie Jade, es kommt sogar in denselben Lagerstätten vor und erst im 19. Jh. fand man heraus, dass es sich nicht um dasselbe Material handelt.

Aussehen
Die bekannteste Farbe von Jade ist Grün, es gibt sie aber auch in Gelb, Pink, Weiß, Violett, Orange und Braun. Besonders in der chinesischen und indischen Kunst wird weiße Jade hoch geschätzt. Die wertvollste Jadevariante ist die Imperial Jade oder Kaiserjade (mit einer leicht transparenten smaragdgrünen Farbe).

Mythologie
In China wird Jade seit ungefähr 8.000 Jahren verwendet, aber auch in Europa, im pazifischen Raum, im östlichen Mittelmeerraum und vor allem in Mittelamerika findet er bereits seit Jahrtausenden Beachtung. Jade ist ein absoluter Sonderfall unter den Edelsteinen. Sie hat nicht nur kunsthistorische Relevanz, sondern auch einen hohen symbolischen und ideellen Wert, insbesondere in der chinesischen Kultur. In den verschiedenen Epochen der chinesischen Dynastien galt Jade als Symbol für Macht und Unsterblichkeit. Es gab unter anderem den „Jadekaiser“, eine „Goldene Jade-Periode“ und die „Konfuzianische Jadekunst“. In der altchinesichen Medizin glaubte man an daran, dass Jade Langlebigkeit oder gar Unsterblichkeit verlieh. Der erste historische Kaiser (Quin Shihuangdi) ließ deshalb sein gigantisches Mausoleum (mit der berühmten Terrakotta-Armee in Quin) nahe eines Jadevorkommens anlegen. Spezielle Totengewänder (z. B. Jadepanzer) oder die sogenannte Jademumifizierung (bei der die Körperöffnungen durch mit Jadeplättchen benähten Leichentücher verschlossen wurden) sollten den Leichnam magisch vor dem Verfall bewahren.

Bei den mesoamerikanischen Kulturen, insbesondere den Olmeken und Mayas, ist Jade als Heilstein und Amulett zur Heilung von Nierenleiden eingesetzt worden. In der weiterentwickelten Medizin der Azteken wurde Jade sogar als Zahn-Inlay verwendet.

Esoterik
Bis heute glaubt man in China, dass die Jade eine heilende Kraft hat. Die grüne Farbe gilt hier als ein Symbol des Glücks; sehr seltene Verfärbungen und das Zerbrechen von Jade gelten als Zeichen des Unglücks. Jadeamulette werden bis heute vor allem in China und auf Neuseeland gefertigt und sind als außermedizinischer Schutzzauber für alle Lebenslagen noch im Gebrauch.

Jade gilt in der Esoterik als ein Stein des Ausgleichs: den Nervösen beruhigt sie, während sie passiven und antriebsschwachen Menschen Energie zuführt. Außerdem soll sie ihren Trägern zur Selbstverwirklichung verhelfen und dazu anregen, das eigene Leben kreativer zu gestalten und Entschlüsse schneller in die Tat umzusetzen.

Weitere Wirkungen, die der Jade unter anderem zugeschrieben werden, sind Schutz vor Unfällen, Verleihung von Fruchtbarkeit, Anregung der Nierentätigkeit, Anregung des Nervensystems, Verbesserung der Reaktionsfähigkeit, Vorbeugung von Migräne, Neuralgien und Schmerzlinderung.